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Ist Teilen das neue Haben?

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Bisher war die Sache in der westlichen Konsumgesellschaft klar: Haben war angesagt. Haben war Status. Zu zeigen, was man hatte, hieß jemand sein. Die ganze westliche Industriegesellschaft ist auf Konsum ausgelegt. Auf Haben wollen und vor Allem: auf MEHR Haben wollen. Wachstum ist der Gott des Westens. Wir haben mehr Autos als Menschen. Wir haben viel mehr Handys als Menschen (und dabei unterstellen wir bereits, dass sowohl Babys, als auch Greise Handys haben) und wir haben statistisch immer noch 2,2 Fernseher pro Haushalt. Obwohl wir heute auf jedem erdenklichen Gerät fernsehen können. Sogar auf dem Kühlschrank.


Sollte Teilen das Haben wirklich verdrängen können? Sollten wir der Überflussdekadenz entsagen? Was aber dann mit unserer Wachstumsgesellschaft?


Teilen. Eigentlich ein guter Gedanke. Nehmen wir das Auto. Als Statussymbol hat es bei der jungen Generation ausgedient. Das hippe Smartphone ist hier vorne dabei, nicht mehr das Auto. Wer cool sei will, hat einige Hundert Freunde bei Facebook, statt hunderte von PS. Die kosten nix und schonen die Umwelt. Die Statistik unterstreicht, was ich an mir selbst und im Freundeskreis feststelle: Das Auto ist der Verlierer der 2000er Jahre. Denn man kann es wunderbar teilen. Carsharing ist nicht mehr Trend, Carsharing ist angekommen. Das Auto was ich brauche, dann, wenn ich es brauche. Parkplatzsorgen verschwunden und auch keine lästigen Beschäftigungen mit Wartung, Reifenwechsel oder waschen. Mehr Zeit für die Facebookfreunde.


Wie stehst mit dem Fernseher? Wenn ihr mich fragt: ausgedient. Von Statussymbol nicht mehr zu sehen. Der Fernseher heute ist zwar oft groß, aber so flach und unauffällig, dass er eher versteckt wird, als auffällig präsentiert. Fernsehen selbst nimmt an Bedeutung ab. Die Jugend kennt schneller 5 Youtube-Stars, als einen reinen TV-Moderator. Das Ende von Wetten Dass...? und der großen Samstag-Abend-Show? Kein Zufall, sondern unweigerliche Entwicklung. Wenn ich mal ganz streng nachdenke, dann teilen wir beim Fernseher schon stark. Allerdings nicht mit anderen, sondern mit uns selbst. Der Fernseher und das Internet teilen sich den Laptop bzw. das Tablet und das Smartphone.


Wenn Statussymbole mit einen Mal Klicks auf dem neuesten Video sind, oder das man Bio-Labels im Kühlschrank und an den Klamotten hat. Wo bleibt dann unsere Wachstumsindustrie? Was können wir dann noch alles teilen? Teure Werkzeuge, die man nur wenige Male benötigt? Die neueste DVD oder CD? Schon lange nicht mehr angesagt. Hier wird gestreamt, statt gesammelt.


Wenn ein Film nur noch als Speicherplatz hergestellt wird, statt auf Millionen von Silberscheiben gebrannt zu werden; wenn die Nachfrage nach Autos zurückgeht, dann wird das Auswirkungen haben. Nur sollten wir damit leben und uns fragen: Wo ist diese Arbeitskraft besser untergebracht, anstatt, dass wir an alten Dinosauriern festhalten.


Das Haben und Besitzen hat weitgehend einem Teilen und Nutzen Platz gemacht. Es entsteht eine neue Industrie. Die, des Bereitstellens von Inhalten. Unterm Strich habe ich die Hoffnung, dass diese Entwicklung mehr für die Umwelt bewirkt, als alle Bemühungen vorher. Denn wenn sich nicht mehr in jedem Haushalt massenhaft Güter ansammeln, dann schont das Ressourcen. Es sollte weniger Müll entstehen und die Umwelt wird weniger belastet. Womit wir leben müssen, ist der Wandel in unserer Wachstumswirtschaft.


Ich hoffe, dass der Trend lange anhält.

12.12.14 19:55
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Terminator (16.12.14 22:46)
Hey Aussteiger,

der Beitrag schließt ja quasi nahtlos an den vorherigen an:
Wie wär's, wenn Du Dir das nächste Mal keinen ach-so-tollen BMW kaufst, sondern einen gebrauchten VW Polo und die Differenz des Kaufpreises an Bedürftige in Afrika spendest? Ach nee, ich vergaß, ein Polo wäre nicht cool genug...

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